#ZUSAMMENSTÄRKER​

Erlösung in der 88. Minute

Tyron Profis trifft zum 2:1 für den Göppinger Sportverein, der nach Großaspachs Niederlage jetzt punktgleich mit dem FC Villingen Tabellenzweiter ist. swp. Markus Munz

In der Anfangsphase zeigte sich der Sportverein konteranfällig und musste deshalb bei hohen Temperaturen einem frühen Rückstand hinterherlaufen. Nach einem individuellen Fehler von Frederik Schumann bediente Reutlingens Onesi Kuengienda seinen Sturmpartner Riccardo Gorgoglione, der zum 0:1 nur noch einschießen musste. Das gab den akut abstiegsbedrohten Gästen den nötigen Auftrieb, um ganz klare Göppinger Torchancen in Durchgang eins noch verhindern zu können. Kuengienda hatte in der 39. Minute sogar die Riesenchance zum 0:2, schoss nach einer Rechtsflanke aber freistehend vorbei. Der SSV Reutlingen nahm die knappe Führung mit in die zweite Halbzeit, die sich zu einem Fußball-Drama mit Happy End für den Sportverein entwickelte. „Wir mussten und wollten noch mehr investieren, haben Reutlingen dann hinten eingeschnürt und bis zum Schluss dran geglaubt, dass wir das Spiel noch drehen“, erklärte SV-Trainer Gianni Coveli nach einer emotionalen und denkwürdigen Achterbahnfahrt. In der 54. Minute verwertete Innenverteidiger Yannik Wolff zunächst eine Schumann-Ecke zum 1:1. Vier Minuten später musste Torhüter Matthias Layer gegen Reutlingens Ole Deininger retten, der aus zentraler Position zum Glück für Göppingen zu ungenau abschloss. Der Sportverein erarbeitete sich zahllose Eckbälle, die Gäste verbarrikadierten sich teilweise nur noch am Strafraum. In der 71. Minute gab es nach Foul an Noah Lulic einen unstrittigen Elfmeter für den Sportverein. Filip Milisic trat wie gewohnt vom Punkt an, doch Reutlingens Keeper Enrico Piu wehrte mit einer spektakulären Parade ab. „Es war ein brutal harter Fight. Die Mannschaft hat aber alle Rückschläge wie das Gegentor oder den Elfmeter weggesteckt und danach noch mehr getan“, lobte Coveli. Der Sportverein rannte weiter an, Reutlingen wollte nur noch den einen Punkt absichern. Ein Kopfball von Wolff nach einer weiteren Ecke ging knapp vorbei (82.). Zwei Minuten vor Ende der regulären Spielzeit explodierte das Stadion an der Hohenstaufenstraße, als der eingewechselte Tyron Profis doch noch zum 2:1 traf. „Es war eine super Vorarbeit von Freddy Schumann. Ich habe den Ball heute reingemacht, aber letztlich ist es egal, wer das Tor schießt. Hier steht jeder für jeden ein und ich freue mich vor allem über die drei Punkte“, sagte Profis, „Reutlingen ist nicht so schlecht, wie sie in der Tabelle dastehen. Es war schwer für uns, aber wir haben auch nach dem Elfmeter an den Sieg geglaubt“. Das bestätigte Mittelfeldmann Adrian Freiwald: „Wir hatten zwei schwere Spiele hinter uns und sind heute nicht so gut reingekommen. In der zweiten Halbzeit haben wir aber den Schalter richtig umgelegt und auf ein Tor gespielt. Wichtig war, dass wir nicht kopflos angerannt sind, sondern ruhig weitergespielt haben. Auch die Einwechselspieler haben heute ihren Teil zum Erfolg beigetragen.“ Die Nachspielzeit überstand der Sportverein unbeschadet und jubelte über den Sprung auf Platz zwei bei noch zwei ausstehenden Partien. „Reutlingen hat es uns heute richtig schwer gemacht. Wenn das Tor kurz vor Schluss fällt, ist ein bisschen Glück dabei, aber insgesamt war es verdient, weil wir es unbedingt gewollt haben“, erklärte Coveli.

Göppinger SV: Layer – Schramm, Wolff, Milisic, Schumann, Brück, Freiwald (90. Hirth), Schraml (46. Baroudi), Lulic (76. Tunjic), McDonald (81. Profis), Ziesche (72. Piljek).  

SSV Reutlingen: Piu – Deininger, Staiger, Jäger, Ilic, Lübke (83. Puseljic), Gorgoglione (67. Trianni), Schiffel (46. Plattenhardt), Meixner (57. Krajinovic), Zenner, Kuengienda (65. Inan).

SR: Christoph Busch (Sulzbach).

Tore: 0:1 Gorgoglione (10.), 1:1 Wolff (55.) 2:1 Profis (88.).

Bes.Vork.: Piu hält Foulelfmeter von Milisic (71.).

Zuschauer: 900.

Kategorien: 1. Mannschaft