Torjäger Tunjic beweist seine Klasse

Der SV Göppingen hatte bei der Sport-Union Neckarsulm das nötige Quäntchen Glück und setzt sich mit dem 2:1-Erfolg in der Oberliga-Spitzengruppe fest. swp Andreas Böhringer

Vier Veränderungen gab es Göppinger Sportverein für das Duell bei der Sport-Union Neckarsulm, wo sich die Rot-Schwarzen regelmäßig schwertun und der letzte Erfolg noch zu Verbandsliga-Zeiten im Jahr 2013 gelang: gezwungenermaßen fehlten Anthony Mbem-Som Nyamsi (bei einer Hochzeit), Janick Schramm (beruflich verhindert) sowie Chris Loser (Adduktoren-Probleme), außerdem musste Mergim Neziri weichen. Dafür starteten der Ex-NSU-Akteur Marvin Leonhardt, Pavlos Osipidis, Max Ziesche und Gentian Lekaj. Die beiden Letztgenannten bildeten dabei das Sturm-Duo, Torjäger Mijo Tunjic rückte dafür im 3-4-1-2 auf die Zehner-Position, doch diese Umstellungen ließen das Göppinger Spiel zunächst stocken und die NSU-Elf von Walter Thomae fand besser rein und kam offensiv über die Flügel immer wieder bis zur Grundlinie durch.

In der 13. Minute tankte sich Pasqual Pander durch, doch frei vor dem SV-Gehäuse traf er den Ball nicht richtig, der Abschluss des agilen Tim Pöhler aus elf Metern geriet ebenfalls zu schwach (15.). Die Gäste zeigten sich demgegenüber effizient und gingen mit der ersten gefährlicheren Aktion in Führung. Max Ziesche und Gegenspieler Marius Klotz gingen zu einer Flanke, der Abwehrmann fälschte beim Klärungsversuch das Leder unglücklich zum 0:1 ab (19.). Diese Führung gab Aufwind und die Coveli-Elf fand fortan besser in die Partie, musste aber dennoch das 1:1 hinnehmen, als wiederum Pander über die verwaiste rechte SV-Seite Dampf machte und den Ball mustergültig auf Pöhler zurücklegte, der aus zwölf Metern unhaltbar ins Eck traf (33.). In der Schlussphase der ersten Halbzeit kam nochmals der Sportverein zu zwei guten Möglichkeiten, Lekaj zielte aus fünf Metern genau auf NSU-Keeper Berisha (43.), der außerdem den Osipidis-Schuss aus kurzer Distanz bravourös parierte (45.). „Neckarsulm betrieb einen großen Aufwand und zeigte eine hohe Laufbereitschaft“, lobte Gianni Coveli die Vorstellung der Gastgeber, „ihnen fehlte allerdings die Präsenz in der Box. Sie hatten zwei, drei gute Möglichkeiten, daraus aber nur ein Tor gemacht.“ Gleichzeitig lobte der SV-Coach, dass seine Mannen die Ruhe bewahrten, obwohl es nicht wie gewünscht lief und Neckarsulm das gefälligere Team war. „Einerseits war es gut, dass wir uns nicht verrückt machen ließen, andererseits hatten wir es uns nicht so vorgestellt“, sah auch der 52-Jährige, dass der Matchplan bis dato nicht aufging, weshalb er für den zweiten Durchgang auf 4-4-2 umstellte: Frederik Schumann vervollständigte die Viererkette, Ziesche ging ins linke Mittelfeld und Tunjic in den Sturm. Diese Umstellungen zeigten die gewünschte Wirkung und die Gäste waren nun präsenter. Nachdem Neckarsulm zwei Freistöße in die Mauer setzte (48., 53.), war der Sportverein am Drücker, erhöhte die Schlagzahl und spielte auf Sieg, weshalb sich im Rückzugsverhalten teils Räume öffneten, die die Thomae-Truppe aber nicht zu nutzen wusste. Der Siegtreffer war schließlich ein Geniestreich von Mijo Tunjic: nach einem Gassenball von Schraml auf Lekaj klärte Berisha 30 Meter vor seinem Gehäuse. Der Ball kam zu Tunjic, der mit einem überlegten Flachschuss an Freund und Feind vorbei die Lücke fand und aus 45 Metern ins Netz traf (68.). „Mijo hat die Ruhe, das Auge und den Killerinstinkt“, meinte ein glücklicher Coveli, der den Seinen nach dem Seitenwechsel die „besseren Chancen“ attestierte und die „Verteidigung in der Box“ als wichtig hervorhob: „Neckarsulm hat gut gespielt, ein Kompliment hierfür. Aber eben nur bis zum Sechszehner. Für uns war es insgesamt ein glücklicher Sieg.“ In der Schlussphase drängten die Gastgeber auf den Ausgleich, aber eine Eckball-Serie brachte nichts ein und die einzige nennenswerte Möglichkeit vergab Kreshnik Lushtaku, der von der Strafraum-Grenze über den Kasten schoss (86.). Spielleiter Ingo Miede sah einen nicht unverdienten Erfolg, „wir waren bisschen cleverer, deshalb haben wir gewonnen. Als wir teilweise ins Risiko gegangen sind, hat Neckarsulm zu wenig aus diesen Situationen gemacht.“

 

Sport-Union Neckarsulm: Berisha – Selz, Klotz, Lushtaku, Pöhler (82. Rasic), Gebert (71. Demir), Müller (82. Schappes), Fischer (77. Bellavane), Neupert, Marmullaku, Pander.

SV Göppingen: Schleicher – Leonhardt (64. Steinbrenner), Milisic, Ivezic, Schumann, Brück, Schraml, Osipidis (89. Grupp), Tunjic, Ziesche (89. Hölzli), Lekaj (75. Mutlu).

Tore: 0:1 Klotz (19., ET), 1:1 Pöhler (33.), 1:2 Tunjic (68.).

SR: Patrick Mattern (Mannheim). – Zuschauer: 150. – Gelb-Rot: Milisic (90., wdh. Foulspiel).

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