Rückkehrer trifft doppelt

Der Göppinger SV setzt sich nach einer überzeugenden Vorstellung verdient mit 3:1 (2:0) bei Neuling ATSV Mutschelbach durch. swp Andreas Böhringer

In glückliche Gesichter blickte man nach Spielschluss bei Akteuren, Trainern und Verantwortlichen des Göppinger Sportvereins. „Das war die beste Saisonleistung“, war der Tenor der mitgereisten Fans, die sich über eine sehr gute und überaus engagierte Leistung freuen durften. Gegenüber dem 3:3 gegen den FV Ravensburg nahm Gianni Coveli größere personelle und taktische Umbauten vor. „Wir haben situationsgemäß auf die Stärken und Schwächen des Gegners reagiert und auch Trainingseindrücke einfließen lassen“, erläuterte der Übungsleiter und konnte zufrieden konstatieren: „Wir haben die richtigen Entscheidungen getroffen.“ In der Tat war seine Elf gut auf den ATSV Mutschelbach eingestellt, wie auch Pendant Marco Kratzer anerkannte: „Der Sportverein war gut vorbereitet. In der ersten Halbzeit sind wir nicht zu unserem Spiel gekommen. Dinge, die uns stark machen, wie vertikale Bälle und Flankenläufe gab es kaum.“

Die Göppinger liefen die Dreierkette der Gastgeber frühzeitig und aggressiv an, unterbanden somit ein geordnetes Aufbauspiel und kamen wiederholt zu Ballgewinnen, die mit einer guten Spielfortsetzung zu einigen guten Tormöglichkeiten führten. Urlaubsrückkehrer Tim Schraml, der nicht nur wegen seiner zwei Treffer herausragte, sorgte für einen perfekten Start, als er einen schönen Angriff über die linke Seite mit anschließender Brück-Ablage mit einem Sonntagsschuss aus 20 Metern zum 1:0 veredelte (7.). Der Sportverein blieb das bestimmende Team, gewann die Mehrzahl der Zweikämpfe und fand immer wieder den freien Mann, um den Ball schnell und direkt durch die eigenen Reihen laufen zu lassen. Das 2:0 durch ein Eigentor von Jonas Malsam, der bei einem Klärungsversuch nach einem Brück-Sololauf die flache Hereingabe ins eigene Gehäuse abfälschte, war die logische Folge und für Coveli „mehr als verdient.“ Mutschelbach kam in der 33. Minute zur ersten Chance, als Lukas Lindner im Strafraum aus halbrechter Position an SV-Keeper Schleicher scheiterte und der Nachschuss abgeblockt wurde. Auf der Gegenseite geriet ein Rückpass von Martin Kramer auf Torhüter Dominic Bleich zu kurz, doch für Mergim Neziri war der Winkel zu spitz (38.). In der Nachspielzeit ging ein Kopfball von Mijo Tunjic nach Flanke von Linksaußen Max Hölzli knapp vorbei.

„Wir wollten ein Tor machen, um das Spiel offen zu gestalten und den gewünschten Schlagabtausch zu erreichen“, berichtete Kratzer von der Halbzeit-Ansprache bei den Hausherren, die zwei neue Kräfte einwechselten und fortan besser in die direkten Duelle kamen. Wie die Schraml-Führung war auch der Anschlusstreffer ein sehenswerter Schuss, Lindner traf aus 22 Metern in den Winkel (59.). „Das war ein Traumtor“, meinte Coveli. „Eigentlich hatten wir alles unter Kontrolle und dann entsteht durch solch ein Treffer ein neues Spiel. In den folgenden zehn Minuten ging es hin und her, da war ordentlich Pfeffer drin“, beschrieb der 52-Jährige die Phase, in der seine Elf kurzzeitig wackelte und Mutschelbach wiederum durch Lindner nach einem schön vorgetragenen Konter die Möglichkeit hatte zu egalisieren (61.), im Gegenzug rettete Bleich gegen Neziri zur Ecke. Die Begegnung war nun lebhafter und hektischer, die Zweikämpfe wurden intensiver und verbissener geführt. Wie so häufig im Fußball sind Treffer, die zum vermeintlich richtigen Zeitpunkt fallen, wichtig – und so war es auch in diesem Fall. Denn in die ATSV-Drangphase hinein sorgte Schraml, der eine zum Tor hin getretene Freistoß-Flanke von Max Hölzli in die Maschen verlängerte, wieder für einen beruhigenden Zwei-Tore-Vorsprung (66.). „Nach dem 1:3 war es leider vorbei und bei einigen Chancen hatten wir dann noch Glück“, kommentierte Kratzer die Entscheidung. Fortan bekam die Coveli-Elf die Partie wieder unter Kontrolle und hätte das Ergebnis noch ausbauen können, doch Torjäger Mijo Tunjic brachte an diesem Nachmittag das Leder nicht über die Linie: Sein Kopfball nach Osipids-Flanke ging neben den Kasten (69.), bei seinem Flachschuss nach Hölzli-Vorlage klärte ein Verteidiger auf der Linie (73.) und nach einem schönen Schraml-Gassenball scheiterte er zunächst an Bleich und sein Nachschuss wurde wiederum auf der Linie geklärt (86.). So blieb es schließlich nach einer taktisch und läuferisch hervorragenden Leistung bei einem völlig verdienten Sieg.

 

ATSV Mutschelbach: Bleich – Henk, Malsam, Weizel, Stoll (46. Frank), Mörmann (74. Weißer), Kramer (74. Schleich), Kleinert, Schnürer (46. Batke), Lindner, Reuer.

SV Göppingen: Schleicher – Schramm (88. Leonhardt), Milisic, Ivezic, Osipidis, Brück, Hölzli (71. Cerimi), Schraml, Nyamsi, Neziri (66. Mutlu), Tunjic (90. Ziesche).

SR: John Bender (Tübingen). – Tore: 0:1 Schraml (7.), 0:2 Malsam (28., Eigentor), 1:2 Lindner (58.), 1:3 Schraml (66.). – Zuschauer: 200. – Gelb-Rot: Weizel (89., Schubsen nach Foul).

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