Bilderbuchtor beschert Sieg

Mit seinem Treffer in der Nachspielzeit macht Gentian Lekaj den 1:0-Heimsieg des Göppinger SV über den CfR Pforzheim perfekt. swp Markus Munz

„Es war eine super Vorarbeit von meinen Teamkollegen, ich musste beim Abschluss nicht mehr viel können“, erklärte Torschütze Lekaj bescheiden, „das war heute ein richtig geiles Spiel auf Augenhöhe mit unterschiedlichen Phasen, in denen mal Pforzheim und mal wir besser waren. Die letzte Energie mehr haben aber wir gehabt“.

Als die reguläre Spielzeit bereits abgelaufen war, machte die rechte Pforzheimer Abwehrseite einen Schritt zu weit raus und öffnete ein wenig Raum. Tim Schraml schickte mit einem Traumpass den durchstartenden Janick Schramm, der den Ball mit einem Kontakt perfekt an den kurzen Pfosten passte, wo Lekaj angerauscht kam und ebenfalls direkt vollendete.

In den neunzig Minuten zuvor hatten die gut eingestellten Gäste dem Sportverein das Leben wie erwartet schwer gemacht und kaum Räume angeboten. „Es war heute ein sehr gutes Oberliga-Spiel zwischen zwei Top-Mannschaften mit viel Qualität in beiden Abwehrreihen“, analysierte SV-Trainer Gianni Coveli, „wir haben nach gutem Beginn ab der Mitte der ersten Halbzeit etwas das Zutrauen in unser Spiel verloren und Pforzheim, das heute auch richtig stark war, das Heft überlassen“. Die besseren Abschlüsse hatten im eher zerfahrenen ersten Durchgang die Gäste in Person von Stanley Ratifo. In der 33. Minute schoss er, von halbrechts kommend, am Tor vorbei. Eine Minute vor dem Pausenpfiff rettete SV-Torhüter Marcel Schleicher gegen Ratifo zur Ecke. Der Sportverein dagegen hatte Mühe, überhaupt in Strafraumnähe zu kommen. „Es gab keine Großchancen auf beiden Seiten, deshalb ging das 0:0 zur Halbzeit noch in Ordnung, denke ich“, befand Coveli, „in der zweiten Halbzeit wollten wir wieder mutiger auftreten und sind dadurch besser in die Endzone gekommen“.

Sechs Minuten nach dem Seitenwechsel krachte ein direkt genommener Nachschuss von Tim Schraml an die Latte. Vorausgegangen war ein Angriff über die rechte Seite, nach der Verlagerung von Pavlos Osipidis scheiterte Frederik Schumann an Maurizio Drljo, dem Rombach-Nachfolger im Pforzheimer Tor. Auf der anderen Seite strich ein Abschluss von Konstantinos Markopoulus hauchdünn am Göppinger Gehäuse vorbei. „Beide Mannschaften waren auf nahezu identischem Niveau, aber ich denke, wir waren zum Ende hin einen Tick williger, sind mehr ins Risiko gegangen, während Pforzheim nur noch auf Fehler gelauert hat“, erklärte Coveli, „das war natürlich ein Ritt auf der Rasierklinge. Das Tor fiel schließlich zum besten Zeitpunkt, der Gegner konnte nicht mehr zurückschlagen“. Schiedsrichter Marco Öttl gestattete dem CfR Pforzheim noch einen langen Ball, den der Sportverein aber ohne Probleme bereinigte, und pfiff die Partie unter dem Göppinger Jubel ab.

Göppinger SV: Schleicher – Osipidis, Ivezic, Brück, Milisic, Schumann (88. Schramm), Schraml, Loser (72. Mutlu), Mbem-Som Nyamsi (61. Steinbrenner), Ziesche (78. Lekaj), Tunjic.

CfR Pforzheim: Drljo – Gudzevic, Macorig, Baloglu, Bahm, Ratifo (78. Lulic), Kahriman (72. Yeboah), Latifovic, Münst, Markopoulos (86. Sauerborn), Götz (61. Catanzone).

SR: Marco Öttl (Bayerwald).

Tor: 1:0 Lekaj (90.+1).

Zuschauer: 500.

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