1:2 – Später Doppelschlag schockt Sportverein

Aus drei Punkten mach Null: Der Göppinger Sportverein ließ beim Freiburger FC einen sicher geglaubten Sieg in der Nachspielzeit aus den Händen gleiten. Von Andreas Böhringer

Nach dem 1:0-Heimerfolg über den CfR Pforzheim vor Wochenfrist sah Gianni Coveli keine Veranlassung, Änderungen in der Startformation seines Göppinger Sportvereins vorzunehmen. So vertraute der Übungsleiter denselben elf Akteuren, die er in einem 3-4-3 in den Vergleich schickte. Der Freiburger FC, der mit 26 Punkten tief im Abstiegskampf steckt, war auf dem heimischen Kunstrasen gut von Trainer Aurelio Martins eingestellt worden und es entwickelte eine ausgeglichene Begegnung, in denen beide Mannschaften den Ball am Boden ließen und mit spielerischen Mitteln zum Erfolg kommen wollten. Nach einer ersten Torannäherung für den Sportverein durch Innenverteidiger Tomislav Ivezic nach einer Ecke, hatte auf der Gegenseite Kevin Bernauer die erste nennenswerte Chance, als sich der Offensiv-Akteur im Strafraum durchsetzte, doch sein Abschluss aus acht Metern geriet zu schwach (12.).

In der Folgezeit verzeichnete der Deutsche Meister von 1907 ein leichtes Ballbesitz-Plus, doch beiden Seiten gelang es nicht, in die gefährlichen Zonen vor den Toren zu gelangen. Bei den Rot-Schwarzen lief der Spielaufbau bevorzugt über Domenic Brück, der sich die Bälle tief abholte und verteilte. Eine der wenigen gelungenen Kombinationen führte in der 35. Minute zur besten Gelegenheit, als die Gäste schnell durch das Zentrum kombinierten, Max Ziesche mit Tempo auf die Abwehrreihe zu marschierte und Tim Schraml bediente, der aus halblinker Position freistehend abschließen konnte. Sein Schuss mit den Innenrist stellte FFC-Keeper Niklas Schindler aber vor keine Probleme. Aufgrund der Chancen-Armut lief alles auf einen 0:0-Halbzeitstand hinaus, doch nach einer Hereingabe lag das Leder urplötzlich im Netz, aus dem Getümmel heraus stocherte Ziesche unter gütlicher Mithilfe von FFC-Akteur Daniel Himmelsbach das Leder über die Linie (44.).

Mit der Führung im Rücken hatte die Coveli-Elf nach dem Seitenwechsel besseren Zugriff auf das Geschehen, war das aktivere Team und entwickelte über den rechten Flügel mehr Tiefgang. Doch zwei, drei aussichtsreiche Flanken fanden keinen Abnehmer. Die erste Möglichkeit bot sich schließlich Freiburg, die sich über die linke Seite durchsetzten, doch beim Abschluss war der Winkel zu spitz (59.). In der Folgezeit verflachte die Partie, zahlreiche Wechsel waren dem Spielfluss ebenfalls nicht zuträglich. Die Göppinger Offensivbemühungen waren von Vorsicht geprägt, die Konterabsicherung genoss Priorität. Dennoch kontrollierten die Gäste das Geschehen und waren der Vorentscheidung näher als die Freiburger dem Ausgleich. „Wir haben es versäumt, das 2:0 zu machen“, kritisierte Uwe Bauer die Darbietungen seiner Rot-Schwarzen in dieser Phase.  Und so ging die Partie ohne große Aufreger dem Abpfiff entgegen, doch in der Nachspielzeit überschlugen sich die Ereignisse. Zunächst nickte Matthis Eggert eine Ecke zum Ausgleich ein (91.), der gleichfalls eingewechselte Nikita Ebel machte gar noch den frenetisch bejubelten Siegtreffer, als er freistehend an eine flache Hereingabe von der Grundlinie nur noch seinen Fuß hinhalten musste (93.). „Unbegreiflich, das ist einfach unbegreiflich“, schüttelte Bauer ungläubig den Kopf. „Ich habe richtig schlechte Laune“, ergänzte der SV-Teammanager und gab vor der langen Heimfahrt das Empfinden im SV-Tross wieder.

Der verrückte Spielverlauf hatte etwas von Deja-vu, denn Freiburg war bereits im Oktober 2020 kein gutes Pflaster, als der Sportverein eine 2:0-Pausenführung trotz Überzahl herschenkte und am Ende mit 2:3 verlor. „Diesmal wars noch schlimmer“, zog Bauer den Vergleich und war immer noch fassungslos: „Wir haben keine Chance zugelassen und schenken die Punkte noch her.“

Freiburger FC: Schindler – Anlicker (71. Ebel), Bernauer (46. Eggert), Fries (71. Mikulic), Bohro, Himmelsbach, Mourad, Mbem-Som, Zeyer, Polzer (82. Fischbach), Allgaier.

SV Göppingen: Spasojevic – Milisic, Steinbrenner, Ivezic, Loser (73. Frenz), Schraml, Brück, Schramm (69. Leonhardt), Ziesche (63. Cerimi), Lekaj, Profis (69. Neziri).

SR: Felix Ehing (Engen). – Tore: 0:1 Ziesche (44.), 1:1 Eggert (91.), 2:1 Ebel (93.). – Zuschauer: 250.

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