1. Auswärtsspiel in neuer Saison

Zwei Auftakt-Gewinner stehen sich in der Oberliga gegenüber, wenn am Samstag (15.30 Uhr) der SV Göppingen beim FC 08 Villingen gastiert. Von Andreas Böhringer

Das Saison-Highlight hat der FC 08 Villingen bereits absolviert, denn die Truppe von Marcel Yahyaijan sicherte sich den Südbadischen Pokalsieg und empfing nun in der ersten Runde des DFB-Pokals den FC Schalke. Vor 5000 Zuschauern im Schmuckkästchen MS-Technologie-Arena zeigten die Gastgeber eine couragierte Leistung und konnten bei der 1:4-Niederlage zum zwischenzeitlichen 1:1 ausgleichen. „Ich gehe mit gemischten Gefühlen aus dieser Partie. Auf der einen Seite bin ich natürlich stolz auf meine Mannschaft. Wir haben phasenweise richtig gut gespielt und konnten mit Schalke mithalten. Wir haben nach dem 0:1 nicht aufgegeben, sondern haben uns zurückgekämpft und mit dem Ausgleich belohnt. Aber andererseits sind wir Sportler und wollen jedes Spiel gewinnen. Wenn wir nach der Pause nicht diesen Doppelschlag kassieren, kann das Spiel hier noch mal richtig eng werden“, ließ sich der 08-Übungsleiter zitieren.

Nicht nur mit der Leistung, sondern diesmal auch mit dem Ergebnis konnte Yahyaijan am Mittwoch zufrieden sein, als seine Schützlinge im Nachholspiel beim FSV Bissingen siegten. In einem ausgeglichenen Duell präsentierten sich die Villinger cleverer und effizienter vor dem Gehäuse. In der Offensive ist Nedzad Plavci hervorzuheben, der in der Oberliga zu den besten Stürmer zählt und gegen Schalke und auch in Bissingen erfolgreich war. „Plavci hat im Pokal seine Qualität gezeigt“, meint denn auch Ingo Miede. Der Spielleiter sieht auf seinen Sportverein einen „starken Gegner“ zukommen, dem er im Spiel nach vorne eine „hohe Geschwindigkeit“ attestiert. Nicht nur das bereits Regionalliga-taugliche Stadion, sondern auch der Unterbau (die Zweite Mannschaft spielt in der Verbandsliga Südbaden) zeigt die Ambitionen der Villinger, wie Miede erklärt: „Ich erwarte sie im vorderen Drittel, mittelfristig wollen sie in die Regionalliga.“ Doch nach der eigenen Leistung beim 2:0 gegen den FV Ravensburg muss sich der Sportverein nicht verstecken, ist der 55-Jährige überzeugt: „Wir fahren nicht chancenlos nach Villingen.“

„Es war von beiden Seiten ein gutes Spiel und für die Zuschauer interessante und unterhaltsame 90 Minuten“, blickt Uwe Bauer auf die Premiere zurück. Nach  Anlaufschwierigkeiten sah der SV-Teammanager seine Farben „voll im Spiel“, die Führung fiel in der Druckphase daher „verdientermaßen“, so Bauer, der insgesamt eine geschlossene Mannschaftsleistung sah. Ein Sonderlob verdiente sich die Elf für das Defensivverhalten, „in der Abwehr standen wir sehr gut.“ Nachdem Tim Schraml vom Strafstoß-Punkt scheiterte („Mit dem 2:0 wäre die Partie einfacher gewesen“), musste das Coveli-Team nach dem Seitenwechsel einige brenzlige Situationen überstehen, bevor Janick Schramm per Foulelfmeter in der Nachspielzeit den Sack endgültig zumachte. „Im zweiten Durchgang war Ravensburg besser, da hatten wir ein ums andere Mal Glück und der Ausgleich wäre möglich gewesen. Wir agierten ungeordnet und haben die Bälle nur noch unkontrolliert rausgeschlagen“, nennt Bauer einige Kritikpunkte, zieht insgesamt aber dennoch ein positives Fazit:

„Insbesondere auf der kämpferischen Leistung können wir aufbauen. Wenn wir das wieder abrufen, können wir auch in Villingen für eine Überraschung sorgen und etwas Zählbares mitnehmen.“ Ein Vorbild in Sachen Lauf- und Einsatzbereitschaft war Gentian Lekaj, der am Mittwoch seinen 27. Geburtstag feierte und dem Bauer ein Präsent in Form eines Torerfolgs gönnen würde: „Genti ackert und rackert, teilweise ist das vielleicht sogar zu viel, was er macht. Er arbeitet wahnsinnig viel fürs Team. Vor dem Tor ist er gefährlich, allerdings benötigt er für sein Spiel Flanken, die gegen Ravensburg zu wenig kamen.“ Nicht an Bord sein werden weiterhin Amin Latifovic (Muskelfaserriss) sowie Neuzugang Gian Piero Falcone, der krankheitsbedingt in dieser Woche mit dem Training aussetzen musste. Somit kann Gianni Coveli fast aus dem Vollen schöpfen und hat für die Startaufstellung alle Optionen, meint Bauer: „Unser Kader ist noch breiter als zuletzt, Gianni kann jeden problemlos bringen.

Es gibt viele Variationsmöglichkeiten.“ Mit einem Auge schielt Bauer am Samstag auch nach Freiberg, wo die beiden Oberliga-Giganten SGV Freiberg und Stuttgarter Kickers aufeinanderprallen. „Da wäre ich gerne hin“, so der 61-Jährige, der 2:1 für die Hausherren tippt: „Aber egal wie es ausgeht, der Verlierer hat ein Problem“, macht er deutlich, dass ein Titelfavorit in den Startblöcken hängen bleiben wird.

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