Menschen mit Behinderungen traut man heute viel mehr zu. Montage-, Kontroll- und Verpackungsarbeiten, mechanische Tätigkeiten eine eigene Näherei und viel mehr sind im Angebotsportfolio des eingetragenen Vereins enthalten.

1. Herr Hartmann, wussten Sie eigentlich, dass sich so viele Menschen aus dem Umfeld der Lebenshilfe für Fußball made in Göppingen interessieren?

Ich bin schon überrascht und erfreut über das große Interesse. Aber wen wundert es: Schließlich ist Fußball in ganz Deutschland und der Region ein besonders beliebter Sport. Der GSV ist seit Jahren in aller Munde.

2. Wie war die Rektion als die Menschen mit Behinderung von der Einladung des Göppinger Sportvereins erfahren haben?

Die Begeisterung war riesig. Gerade in Zeiten der Pandemie freut sich unsere „Klientel“ über jede Abwechslung. Und ein Fußball-Spiel live zu erleben ist ein besonderes Highlight. Wir drücken dem GSV nicht nur für dieses Spiel beide Daumen.

3. Wie halten sich Menschen mit Behinderung fit? Welche Angebote haben Sie?

Es gibt sportliche Angebote im Bereich Gymnastik, Walking, wandern, Yoga und Fußball spielen.

4. „Corona reißt ein Loch in unsere Umsätze der Werkstätten“, konnte man letztes Jahr den Medien entnehmen. Wie treten Sie als Geschäftsführer dem entgegen?

Corona-bedingt sind Aufträge von Unternehmen zurückgegangen. Die Akquisition gestaltet sich schwierig. Deswegen sind wir dankbar für dieses Interview, um auch auf diesem Weg Unternehmen anzusprechen und sie auf unser Leistungsspektrum anzusprechen.

5. Sie betreuen rund 750 Menschen mit Behinderung. Das ist eine gewaltige Aufgabe. Wie schaffen Sie und Ihr Verein das?azu?

An dieser Stelle möchte ich die Gelegenheit nutzen um mich bei den zahlreichen engagierten Mitarbeiter*innen sowie Förder- und Betreuungsbereichen zu bedanken. Sie alle sorgen dafür, dass der Alltag sehr gut gemeistert werden kann. Ca. 650 Menschen werden in unseren Werkstätten, 30 in Schuldkindergärten und 80 im Bildungszentrum beschäftigt. Die Lebenshilfe bietet somit einen guten Mix an unterschiedlichen Berufsbildern. Ich kann nur sagen: Bewerben Sie sich bei uns.

6. In Ihrer PR-Arbeit setzen Sie auf die Sozialen Medien und haben sogar einen eigenen YouTube Kanal. Wie zufrieden sind Sie mit den Nutzerzahlen?

Soziale Medien sind aus der heutigen Welt nicht mehr wegzudenken. Wir selbst stecken hier noch in den Anfängen. Unabhängig von Facebook & Co. sind die regionalen Tageszeitungen, z.B. die NWZ, für unsere Kommunikationsarbeit ebenfalls von großer Wichtigkeit.

7. Sie suchen immer wieder Menschen, die sich sozial engagieren und ein FSJ absolvieren wollen? Können die sich direkt bei Ihnen melden?

Die Göppinger Lebenshilfe freut sich über jeden, der Interesse an einem Freiwilligen Jahr hat. Manchen FSJ´ler hat es so gut gefallen, dass sie eine Ausbildung, z.B. zum Heilerziehungspfleger, absolviert haben.

8. Welcher Fußballer hat Sie besondere beeindruckt?

Uwe Seeler

9. Die Zeiten, in denen wir aktuell leben, sind bewegt wie nie. Wie sehen Sie den Konflikt Russland/Ukraine?                                                                

Wie viele andere Politiker und Bürger, so habe auch ich es nicht für möglich gehalten, dass die europäische Grundordnung und das friedliche Zusammenleben so plötzlich gefährdet sind.

 10. Zum Schluss: Wenn Sie drei Wünsche frei hätten. Wie würden die lauten?

  • Frieden
  • Gesundheit
  • Normalität

Herr Hartmann, vielen Dank für dieses Interview.

Das Interview führte Matthias Klesen und meint: „Teilhabe, Integration und Betreuung von Menschen mit Behinderung/en und Handicaps wird in unserer Gesellschaft gerne ausgeblendet. Dabei kann es jeden von uns treffen. Hier finden diese Menschen einen sichtbaren und sinnerfüllten Platz, sind Teil einer Gemeinschaft.“

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